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Bebel, August
1840
August Bebel wird als Sohn eines preussischen Unteroffiziers
in Deutz bei Köln geboren.
1859-1860
Das 1852 gegründete katholische Kolpinghaus in Salzburg
beherbergt einen protestantischen Lehrling namens August
Bebel. Die Kolpingbewegung widmete sich der geistigen und
sozialen Betreuung junger Arbeiter. Bebel beginnt hier sein
Engagement in den katholischen Arbeiter- und
Bildungsvereinen.
1861
Abendgymnasium in Leipzig und Selbststudium.
Auseinandersetzung mit den Schriften von Ferdinand
Lassalle.
1864
Selbständiger Drechslermeister in Leipzig.
1865
Vorsitzender des Arbeiterbildungsvereins Leipzig. Im
gleichen Jahr Bekanntschaft mit Wilhelm Liebknecht, unter
dessen Einfluss er sich dem Marxismus
nähert.
1866
Gemeinsam mit Liebknecht gründet Bebel die
Sächsische Volkspartei, als deren Abgeordnete beide ein
Jahr später in den Norddeutschen Reichstag gewählt
werden. - Heiratet in Leipzig die Tochter eines
Eisenbahnarbeiters.
1867
Als Vorsitzender des Verbandes Deutscher Arbeitervereine
bewirkt Bebel die politische, ideologische und
organisatorische Trennung dieser Vereine von der liberalen
Bourgeoisie, welche noch durch die Revolution von 1848
geprägt ist.
1869
Bebel und Liebknecht gründen in Eisenach die
Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP). Programm und
Statuten hat Bebel auf marxistischer Grundlage
entworfen.
1871
Bebel wird Mitglied des Deutschen Reichstags, dem er bis zu
seinem Tode ohne Unterbrechung angehört.
1872
Zwei Jahre Festungshaft wegen "Vorbereitung zum Hochverrat"
- gemeinsam mit Liebknecht - sowie zu weiteren neun Monaten
wegen Majestätsbeleidigung. In der Haft Studium der
Werke von Marx und Engels. Arbeiten zu Strategie und Taktik
der Sozialdemokratie.
1875
Nach der Entlassung nimmt Bebel in Gotha am
Vereinigungsparteitag der SDAP und des Allgemeinen Deutschen
Arbeitervereins zur Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP)
teil. Das von den marxistischen Ideen Lassalles
geprägte Gothaer Programm der Partei stösst bei
ihm auf Kritik, die er jedoch nur zurückhaltend
äussert, um die Einheit der Arbeiterbewegung nicht zu
gefährden. Bebel möchte den Sozialismus
auf
demokratischem Wege
einführen.
1878-1890
In der Zeit der "Sozialistengesetze" wird Bebel im Reichstag
zum schärfsten Kritiker der politischen Zustände
im Deutschen Reich. - Die SAP kann ihre Stimmenzahl bei den
Reichtagswahlen trotz massiver Repression
verdreifachen.
1879
"Die Frau und der Sozialismus", Bebels wichtigstes
publizistisches Werk, erscheint illegal. Es wird bis zur
Jahrhundertwende zur meistgelesenen marxistischen Schrift.
1881
Wegen seiner politischen Betätigung aus Leipzig
ausgewiesen. Geht nach Dresden.
1883-1907
Im theoretischen Organ der Sozialdemokratie "Die Neue Zeit"
erscheinen rund hundert Beiträge von Bebel.
1889
In Deutschland bestehen nun 280 katholische Arbeitervereine
mit total 60-65 000 Mitgliedern. - Die Sozialistische
Arbeiterpartei (SAP) wandelt sich zur Sozialdemokratischen
Partei Deutschlands (SPD).
1891
Massgeblich an der Ausarbeitung des "Erfurter Programms" der
SPD beteiligt.
1892
Wird in den Vorstand der SPD gewählt. - Die SPD
entwickelt sich zur Massenpartei.
1900
Wendet sich im Reichstag gegen die Intervention des
deutschen Imperialismus in China.
1903
Auf dem Dresdner Parteitag der SPD bekennt sich Bebel zum
revolutionären Marxismus: "Ich will der Todfeind dieser
bürgerlichen Gesellschaft und Staatsordnung bleiben, um
sie in ihren Existenzbedingungen zu untergraben und, wenn
ich kann, sie zu beseitigen."
1909-1913
Hält sich nach dem Tod seiner Frau überwiegend in
der Schweiz auf. Arbeitet an seiner Biografie "Aus meinem
Leben".
1912
Auf dem Sozialistenkongress in Basel - während des
Balkankriegs - hält Bebel eine vielbeachtete Rede
über Frieden und Völkerverständigung.
1913
August Bebel stirbt im Schweizer Kurort Passugg an einem
Herzleiden. Will in Zürich begraben werden. An der
Trauerfeier nehmen Zehntausende von Menschen teil, darunter
führende Vertreter sozialistischer Parteien aus
zahlreichen Ländern.
© "25 Jahre Rolf
Oberhänsli in der Sozialdemokratischen
Partei"
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