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1904 /
Sozialdemokratie vor 100 Jahren
Geschichte soll Sozialdemokraten
nicht dazu dienen, sich hochmütig oder nostalgisch in
Vergangenem zu sonnen, das interessiert keinen Hund, sondern
dazu, den Blick für zukünftige Entwicklungen zu
schärfen. R. O.
Dänemark: Jugendorganisationen
vereinigen sich im Socialistik Ungdomsförbund
http://www.marxists.org/deutsch/archiv/liebknechtk/1907/mil-antimil/b-02b.htm
Ursprünglich war die Vereinigung Teil
sozialdemokratischen Partei. Man widmete sich vor allem
antimilitaristischer Propaganda und Agitation.
Deutschland: Gründung der
ersten Arbeiterjugendvereine, Vorgänger der Juso
Deutschland
http://www.jusos-berlin.de/verband/geschichte.php
Als sich im Jahr 1904 der 16-jährige Graveurlehrling
Max Peter wegen der Schikanen durch seinen Meister
erhängte, war das Mass voll: Am 10.Oktober 1904 wurde
in einer Berliner Kneipe der erste Arbeiterjugendverein
gegründet. Überall in Deutschland schlossen sich
junge Arbeiterinnen und Arbeiter in eigenen Vereinen
zusammen. Die SPD war darüber gar nicht so
glücklich, d. h. vor allem etablierte Funktionäre.
Sie fürchteten eine "Konkurrenzierung" der
Mutterpartei. (Über manche Funktionäre könnte
man diese Anmerkung auch 2004 machen ... )
Deutschland: Gründung des
"Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie"
http://www.dhm.de/lemo/html/1904/
Sein Zweck: "Alle in Treue zu Kaiser und Reich stehenden
Deutschen ohne Unterschied ihrer religiösen und
politischen Stellung zum Kampf gegen die
antimonarchistischen und revolutionären Bestrebungen
der Sozialdemokratie zu einigen." Vorsitzender wurde General
Eduard von Liebert, der ehemalige Gouverneur von
Deutsch-Ostafrika (heute Burundi, Ruanda und Tansania). Die
Sozialdemokraten nannten den Verband
"Reichslügenverband".
Deutschland /
Namibia: Aufstand der Hereros in Deutsch-Südwestafrika
gegen den Völkermord durch die
Deutschen
http://www.stern.de/politik/historie/?id=518364&nv=cp_L1_tt
Frankreich / Vereinigtes
Königreich: Entente Cordiale
http://www.lsg.musin.de/Geschichte/Quellen/entente_cordiale.htm
Georgien: Stalin beginnt seine
Karriere - in der sozialdemokratischen Partei !
http://www.stalinwerke.de/band01/b01-007.htm
Nach seiner Flucht aus der Verbannung in Sibirien
übernahm in Georgien der 25-jährige Josef
Wissarionowitsch Dschugaschwili Stalin die Führung der
Sozialdemokratischen
Arbeiterpartei, in welcher sich
die kaukasischen sozialdemokratischen Arbeiterorganisationen
vereinigt hatten. Ausserdem begann er, für die
Revolutionäre Raubüberfälle zu organisieren
...
Japan / Russland:
Russisch-japanischer Krieg (bis 1905)
http://www.china1900.info/ereignisse/russischerkrieg.htm
Russland / Schweiz:
Von Lenin erscheint "Ein Schritt vorwärts und zwei
Schritte zurück"
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/ci/nf/65/28.html
Das polemische
Meisterwerk des Genossen Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt
Lenin, wertet den 2. Parteitag der damals illegalen
Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands kritisch
aus.
Schweiz: Zweites Parteiprogramm der
SPS nach der Gründung von 1888
http://www.corni.ch/gewusst1.html
Dieses historische Programm widerspiegelt einen wichtigen
Entwicklungsschritt der Sozialdemokratie in der Schweiz. Es
ist marxistisch geprägt und orientiert sich am Erfurter
Programm der deutschen Sozialdemokraten.
Serbien-Montenegro: In Belgrad wird
die erste sozialdemokratische Parteischule
gegründet
http://www.agmarxismus.net/vergrnr/m15_3.htm
Der Bildungsarbeit widmet sich vor allem der Marxist
Dimitrije Tucovic, der spätere Parteisekretär. -
Am Kongress der Sozialdemokratischen Partei siegte - wie in
der Schweiz - die marxistische Strömung.
Slowakei / Tschechei: Die
sozialdemokratische Partei gründet eine
Arbeiterakademie und ruft Agitationskomitees ins Leben
http://www.marxists.org/deutsch/archiv/liebknechtk/1907/mil-antimil/b-02b.htm
Die Agitation erfolgte in
zahlreichen Versammlungen, vertraulichen und
öffentlichen, oft mit antimilitaristischen Tendenzen.
Besondere Wirkung hatte die Verurteilung eines Soldaten, der
sich weigerte, Waffen zu tragen, und dafür bestraft
wurde. Daraufhin wurden Demonstrationen von Rekruten in
Trauerkleidern, die mit Trauermusik auf rotgeschmückten
Wagen durch die Städte zogen, zu einer
regelmässigen Einrichtung.
Ungarn: Ein Wirtschaftsboom (!)
verfünffacht die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder
http://www.marxists.org/deutsch/archiv/liebknechtk/1907/mil-antimil/b-02b.htm
Ein gewaltiger
wirtschaftlicher Aufschwung im damals österreichischen
Ungarn verfünffachte die Zahl der gewerkschaftlich
organisierten Arbeiter - von 10000 auf 52410 Mitglieder.
Auch viele Jugendliche machten mit.
Vereinigte Staaten: Die
Sozialistische Partei fordert im Programm von Chicago die
"Verhinderung der Verwendung von Militär gegen
streikende Arbeiter"
http://www.marxists.org/deutsch/archiv/liebknechtk/1907/mil-antimil/b-02b.htm
Am Tag der Arbeit von 1886
hatte die Kundgebung der Arbeiter in einem Desaster geendet:
Nach Darstellung der Polizei warfen Anarchisten eine Bombe,
der sieben Polizisten zum Opfer fielen. Vier anarchistische
Arbeiterführer wurden, obwohl ihnen keine Beteiligung
am Anschlag nachgewiesen werden konnte, zum Tode verurteilt
und gehängt. Die Forderung von 1904 basiert auf diesen
und weiteren Vorkommnissen. (> Tag der Arbeit)
© Rolf Oberhänsli
2004
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