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Internationaler Währungsfonds

Die "Internationale Währungs- und Finanzkonferenz" von Bretton Woods (USA), an der 45 Nationen teilnahmen, führte 1945 zur Errichtung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der > Weltbank. Derzeit zählt der IWF 184 Mitgliedsländer.

Die Ziele und Aufgaben des IWF sind

- internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Währungspolitik

- Ausweitung und ein ausgewogenes Wachstum des Welthandels

- Stabilität der Währungen

- Beseitigung von Devisenverkehrsbeschränkungen

- Überwindung von Zahlungsbilanzproblemen der Mitgliedsländer

Jedes Mitgliedsland hat eine Quote. Danach bemessen sich die Einzahlungsverpflichtung (Subskription), die Ziehungsrechte und das Stimmrecht. Die Quoten werden entsprechend der wirtschaftlichen Grösse eines Landes und seiner handelspolitischen Bedeutung bestimmt. Deutschland ist mit einer Quote von 17 Mia USD (6%) drittgrösster Anteilseigner - nach den USA (17%) und Japan (6%).

Der IWF übt - wie die Weltbank - grossen Druck auf die Staatsbudgets der Empfängerländer aus. Dieser hat in den Bereichen Bildung und Gesundheit für die Bevölkerung zum Teil verheerende Folgen. Sozialdemokratische Politik müsste diesen Druck vermindern helfen.

http://www.bundesfinanzministerium.de/Europa-und-internationale-Beziehungen/Internationaler-Waehrungsfonds-.600.htm

 

Internationalismus

Internationalismus beruht historisch auf der Erkenntnis, dass Befreiung letztendlich nur auf globaler Ebene möglich ist und dass es dazu der Solidarität der emanzipatorischen Kräfte aller Länder bedarf.

Als erste schrieb sich die Arbeiterbewegung (seit 1836) den Internationalismus auf die Fahne. Marx und Engels gingen davon aus, dass mit Handelsfreiheit und Weltmarkt sowie durch die Vereinheitlichung der Produktion die wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den Ländern verschwinden würden. Ihr "Manifest der Kommunistischen Partei" von 1848 fordert deshalb: "Proletarier aller Länder, vereinigt euch!"

Es entstand jedoch kein einheitlicher Weltmarkt. Der Nationalismus erstarkte und ergriff auch die Organisationen der Arbeiterbewegung. Bis zum Ersten Weltkrieg blieb das Verhältnis zwischen > Nationalismus und Internationalismus bei Kommunisten und Sozialdemokraten in einem ungelösten Schwebezustand. Die Sozialdemokraten (> Bebel) wollten den Widerspruch zwischen Nationalismus und Internationalismus aufheben. Sie wollten wohl gegen den > Kolonialismus antreten, aber keine "vaterlandslosen Gesellen" sein. Dies führte dazu, dass von vielen Sozialdemokraten eine nationale Kolonialpolitik unterstützt wurde, wenn sie den Interessen der Arbeiterklasse im eigenen Lande diente.

Der Internationalismus der Kommunistischen Internationalen war zwischen den beiden Weltkriegen geprägt von der bedingungslosen > Solidarität mit der Sowjetunion. Der Spanische Bürgerkrieg mobilisierte die internationalistischen Strömungen bei Kommunisten und Sozialdemokraten nochmals. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die antiimperialistischen Bewegungen die Idee des Internationalismus. Katalysatoren waren Algerien- und Vietnamkrieg. Getragen wurde dieser Internationalismus vor allem von den Studentenbewegungen in den > Industrieländern.

Ende der sechziger Jahre kam eine starke christliche Strömung auf, die von der > Befreiungstheologie geprägt war und die strukturelle Gewalt des kapitalistischen Weltsystems anklagte. In einem heute kaum noch vorstellbaren Masse hoffte man auf die globale Emanzipation durch nationale Befreiungsbewegungen. Die Perspektiven dieses Internationalismus wurden 1990 mit der Wahlniederlage der Sandinisten in Nicaragua weitgehend zerstört.

Seit 1999 werden die Konturen einer neuen globalen Protestbewegung sichtbar. Deren Auslöser waren die Tagung der > WTO in Seattle, der G8-Gipfel in Genua 2001 und die Weltsozialforen in Porto Alegre. Auch der Aufstand der Zapatisten in Mexico trug dazu bei. Ein charakteristisches Merkmal dieses Internationalismus ist seine Vielfalt und Widersprüchlichkeit: Es sammeln sich darin Strömungen, die ein klassisches antiimperialistisches Weltbild haben, und Gruppen, die dem sozialdemokratischen keynesianischen Wohlfahrts- und Sicherheitsstaat nachtrauern, sowie zahlreiche Unzufriedene und Frustrierte, die nur wissen, was sie nicht wollen.

In den Protestaktionen der letzten Jahre wird deutlich, dass diese "Bewegung der Bewegungen" in einem Masse transnational agiert, wie dies vor ihr noch keine andere getan hat. Entscheidend für deren Erfolg wird vor allem die konsequente Nutzung der elektronischen Kommunikationsmittel sein, aber auch die Umsetzung des Protestgeschreis in wirksames politisches Handeln -mit dem Know-how der nationalen sozialdemokratischen Parteien.

http://www.buko.info/buko/positionen5.html

© Rolf Oberhänsli