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Sozialdemokratie: Wie entwickelt sie sich in Mittel- und Osteuropa?

Beispiel Lettland (Angaben von Janis Danoss, Präsidium der SDS, Lettland)

Die Latvijas Socialdemokratiska Strandnieku Partija (LSDSP) war die einzige Partei, welche die Okkupation Lettlands im Exil überlebte und nach der Wende nach Lettland zurückkam.

Die LSDP hingegen war die "sozialdemokratische" Nachfolgerin der kommunistischen Partei. Gegründet wurde sie nach der Wende von ehemaligen Funktionären des KGB, welche sich als Befürworter der Unabhängigkeit Lettlands erklärten.

1998 bildeten LSDSP und LSDP eine Wahlvereinigung, was den Einzug ins Parlament ermöglichte. Im Jahr 2000 vereinigten sich beide unter dem Namen LSDSP.

Seither verdrängten die ehemaligen Kommunisten unter der Führung des Ex-KGB-Obersten Bojars die Mitglieder der ursprünglichen LSDSP aus den Ämtern, und die Partei verwandelte sich in ein autoritäres Familienunternehmen. Das anfangs hohe Ansehen des Parteiführers Bojars brach in kurzer Zeit zusammen. Trotzdem erreichte er, dass ihn der Parteikongress mit 54 % wiederwählte. Im Parlament sank der Sitzanteil unter die 5%-Grenze. Die Hälfte der Mitglieder trat aus - fast alles Mitglieder der ursprünglichen LSDSP.

Diese gründeten 2002 neue Partei, die Socialdemokratu Savieniba (SDS): http://www.socialdemokrati.lv/en/organisation.htm

© Rolf Oberhaensli Lucerne

 

Beispiel Ungarn (Angaben von Peter Kulzsar, Präsidium der SZDP, Ungarn)

Die Szociáldemokrata Párt (SZDP) ist seit 1890 die sozialdemokratische Partei Ungarns. Die Magyar Szocialista Párt (MSZP) ist aus der kommunistischen Partei hervorgegangen. Mit ihrem intakten Netzwerk ist die MSZP an die Regierung und in die Sozialistische Internationale gelangt. Die SZDP hat weder für Mitgliederwerbung noch für Kampagnen ausreichende Mittel. Es ist ihr auch nicht möglich, die je 700 (!) Unterschriften von Wahlberechtigten für die formelle Anmeldung ihrer Kandidierenden für das Parlament beizubringen.

http://www.szdp.hu/
http://www.mszp.hu/

© Rolf Oberhaensli Lucerne