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Steuerhinterziehung
Die Schweiz hat hier eine von den
andern Ländern stark abweichende Regelung:
Steuerhinterziehung durch in der Schweiz Steuerpflichtige
wird auf der Grundlage der Steuergesetze bestraft.
Steuerbetrug hingegen ist ein Offizialdelikt, welches
gemäss Strafgesetz geahndet werden sollte - wie andere
Urkundenfälschungen. Solche Verfahren werden jedoch
selten eingeleitet, offenbar, weil der Beweis des Betrugs zu
aufwendig ist.
In der Schweiz wird
Steuerhinterziehung nicht verfolgt, wenn im Ausland
Steuerpflichtige im Verdacht stehen. Rechtshilfeabkommen
bestehen nur für den Fall des Steuerbetrugs. Das
heisst, der hilfesuchende Staat sollte den Schweizer
Behörden zum voraus beweisen, dass ein Betrug begangen
wurde, damit sie die Dokumente zur Verfügung stellen,
die dies beweisen...
© Rolf Oberhaensli
Lucerne
Steuersatz: progressiv, linear,
degressiv
Direkte Steuern werden in Prozent des
Einkommens erhoben. Dieser Prozentsatz heisst Steuersatz.
Der Steuersatz sollte gemäss Verfassung mit dem
Einkommen (d. h. mit der wirtschaftlichen
Leistungsfähigkeit ) stetig (= progressiv) steigen, so
dass hohe Einkommen PROZENTUAL stärker belastet werden
als tiefe. Offenbar werden bei direkten Steuern auch fixe (=
lineare) Steuersätze angewendet: Tiefe und hohe
Einkommen bezahlen den gleichen PROZENTUALEN Anteil; das ist
jedoch keine Besteuerung nach der wirtschaftlichen
Leistungsfähigkeit. Steuerparadiese bieten (entgegen
der Verfassung) degressive Steuersätze an: Hohe
Einkommen haben tiefere Steuersätze als tiefe
Einkommen. Sozialdemokraten bekämpfen lineare und
degressive Steuersätze.
Bei indirekten Steuern gelten fast
immer fixe Steuersätze.
© Rolf Oberhaensli
Lucerne
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