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Tag der Arbeit - vom Streiktag zum
Feiertag
Die Geschichte des Tags der Arbeit
begann in den Vereinigten Staaten von Nordamerika - 1865, am
Ende des Bürgerkrieges: Die US-Gewerkschaften forderten
erstmals den 8-Stunden-Tag. In den Betrieben musste damals
bis 13 Stunden im Tag und 6 Tage in der Woche gearbeitet
werden. Der 8-Stunden-Tag konnte jedoch zwanzig Jahre lang
nicht durchgesetzt werden. Deshalb organisierten die
Gewerkschaften auf den 1. Mai 1886 einen Generalstreik mit
Kundgebungen. Rund 400000 Beschäftigte aus 11000
Betrieben traten an diesem Tag in den Streik; aber nur
für 20000 Arbeiter konnte der 8-Stunden-Tag
durchgesetzt werden.

Diesen bescheidenen Erfolg
überschatteten die Ereignisse in Chicago. Dort endete
die Kundgebung der Arbeiter in einem Desaster. Nach
Darstellung der Polizei warfen Anarchisten eine Bombe, der
sieben Polizisten zum Opfer fielen. Vier anarchistische
Arbeiterführer wurden, obwohl ihnen keine Beteiligung
am Anschlag nachgewiesen werden konnte, zum Tode verurteilt
und gehängt.
Dieser blutige Vorfall lähmte den
Kampf für den 8-Stunden-Tag vorübergehend. Ab 1890
wurden die Kundgebungen am 1. Mai jedoch jedes Jahr
durchgeführt - auch in Europa.
Seither organisieren die
Gewerkschaften in aller Welt Kundgebungen am 1. Mai. Der Tag
der Arbeit entwickelte sich vom Kampftag zu einer Feier,
für alle, die arbeiten, gearbeitet haben oder arbeiten
wollen. Wer am Tag der Arbeit mitfeiern möchte, muss
nicht einer Gewerkschaft oder einer linken Partei
angehören. In der Schweiz ist der 1. Mai inzwischen in
zahlreichen Kantonen ein bezahlter Feiertag. Damit sind ihm
die letzten Zähne gezogen.
Kundgebung
Dieser Begriff sollte von Gewerkschaften und
sozialdemokratischen Parteien verwendet werden.
Demonstration
Dieser Begriff wird eher von kommunistischen Parteien
verwendet.
Demo
Dieser Begriff passt eher zu Auftritten anarchistischer
bzw. gewaltbereiter Gruppen.
© "25 Jahre Rolf
Oberhänsli in der Sozialdemokratischen
Partei"
Terror
wird von eher schwachen Gruppen eingesetzt, die kaum
Rückhalt in der Bevölkerung haben. Der Terror
erfolgt weniger zielgerichtet als die > Gewalt von
Befreiungsbewegungen und die Ziele sind eher fragwürdig
(Ausländer raus!'). Ziel ist meist nicht mehr
Rückhalt in der Bevölkerung, sondern die
Stärkung der Gruppe durch Einschüchterung der
Bevölkerung. Terror wird von einer gewaltbereiten
Interessengruppe allein verursacht.
© Rolf
Oberhaensli Lucerne
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