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Weltbank

Die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) und die Internationale Entwicklungsorganisation (IDA) bilden zusammen die Weltbank, die grösste internationale Finanzierungsinstitution. Aufgaben der Weltbank sind die Förderung der Wirtschaft in > Entwicklungs- und > Schwellenländern sowie die Armutsbekämpfung. Ihre Hauptinstrumente sind Darlehen etwas unter Marktkonditionen an "fortgeschrittenere" Entwicklungsländer und zinslose Kredite an arme Entwicklungsländer. Damit werden Investitionsprojekte, technische Hilfe sowie wirtschaftliche Reformprogramme finanziert. Die Vergabe der Kredite erfolgt auf der Grundlage einer Länderstrategie (country assistance strategy), die auf den Entwicklungszielen und -strategien der Empfängerländer aufbaut.

Seit 1997 setzt die Weltbank ein umfangreiches Reformprogramm um. In diesem Zusammenhang spielt die Qualität der politischen und administrativen Organe in den Empfängerländern eine wichtige Rolle: Verantwortlichkeit, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit, Partizipation. Durch diese > "Qualitätssicherung" nimmt insbesondere der Druck der Weltbank auf die Staatsbudgets zu - zum Teil mit verheerenden Folgen für die Bevölkerung in den Bereichen Bildung und Gesundheit. Sozialdemokratische Politik müsste diesen Druck vermindern helfen.

http://www.bmz.de/infothek/fachinformationen/spezial/spezial057/spezial057_19.htm

 

Welthandelsorganisation (WTO)

Seit der Gründung der Welthandelsorganisation (WTO) 1994 gilt: Agrarprodukte dürfen nicht subventioniert werden. Die Einfuhr von Agrarprodukten darf nicht beschränkt werden.

Diese Bestimmungen halten weder die USA noch die EU ein. Gleichzeitig sorgen sie für deren kompromisslose Durchsetzung in Schwellen- und Entwicklungsländern. Während vermögende US-Farmer weiterhin pro Tonne Soja 193 USD erhalten, sollen in Indien jährliche Subventionen von total 10 USD reduziert werden.

16 Staaten stellen nun - 2003 - die Forderung, dass die WTO-Bestimmungen einzuhalten sind, darunter Schwergewichte wie Brasilien, China und Indien. Sie vertreten 70% des Agrarsektors. "In der EU wird jede Kuh mit 2 USD pro Tag subventioniert. Mit so viel müssen auf der Welt Mia von Menschen auskommen", sagt der indische Handelsminister. "Und die Subventionen der US an
25 000 wohlhabende Baumwollfarmer stürzen 10 Mio afrikanische Bauern in Not."

Die 16 Mitgliedsländer glauben nicht mehr, dass die Integration der Wirtschaften Wachstum bringt, jedenfalls nicht diese Integration. Auch Wirtschaftswissenschafter kommen zum Schluss, dass der partielle und temporäre Rückgang der Armut bis zum Jahr 2000 die Fortsetzung früherer Trends war. Der Rückgang wurde nicht durch die Gründung der WTO ausgelöst.

© Rolf Oberhänsli

 

WTO-Schiedsgericht (Dispute Settlement)

Das Schlichtungsverfahren der Welthandelsorganisation ist ein Gerichtsverfahren zwischen Staaten. Das Gericht besteht aus 3 Wirtschaftsdiplomaten, die von der WTO bestimmt werden. Die Berufungsinstanz bilden 7 Juristen. Diese werden ebenfalls von der WTO bestimmt. Nach einem Urteilsspruch muss der unterlegene Staat seine als nicht WTO-konform beurteilten Normen und Praktiken ändern. Fügt er sich nicht, darf das geschädigte Land Handelssanktionen gegen das unwillige Land verhängen.

In der Praxis treten vor allem die Industrieländer als Kläger auf. Die Schweiz zum Beispiel hat das WTO-Schiedsgericht bereits vier Mal angerufen, wurde aber noch nie angeklagt.

http://www.woz.ch/wozhomepage/37j03/wto37j03.html